Von Spieleerfinderinnen bis zu Stipendiaten – Alumni-Treffen und Berufs-Börse der Paul-Gerhardt-Schule in Hanau

Von Andrea Übler-Winter und Hans Rubinich

Kurz vor Weihnachten, am Freitag vergangener Woche, besuchen ehemalige Abiturienten der Schule die heutige Oberstufe. Die Ehemaligen begeistern mit dem, was aus ihnen geworden ist. Stolz ist auch die Schulleitung. Organisiert haben das Treffen die Lehrer Andrea Ülber-Winter und Marcel Hampf.

Eva Grünebaum studiert in Pforzheim Produktdesign. Es könnte auch Kunst sein oder Philosophie. Denn in diesem Studium kommt beides vor. Die Studierenden sind Forscher, Künstler und Entwickler. Wie könnte ein Produkt noch besser ausschauen, fragen sie sich. Welches Design bietet sich an? Und was für eine künsterlische Note sollte dabei sein?
Eva Grünebaum steht vor Schülern der Oberstufe, als sie heute morgen über ihr Studium referiert.
In ihrem Studium geht es auch kreativ zu. Die Studentin hat etwa ein Gesellschaftsspiel entwickelt. Das Besondere: Das Spiel funktioniert nur, wenn auch Menschen mitspielen, die sehbehindert sind. Inklusion der besonderen Art. Für ihre Idee und ihr Spiel hat sie schon etliche Förderpreise gewonnen.
22 ehemalige Schüler sind heute morgen gekommen und berichten über ihren weiteren Weg, den sie nach der Schule eingeschlagen haben
„Mich beeindruckt vor allem“, sagt Oberstufenleiter Stefan Kaehler,wie sie sich in ihrer Persönlichkeit entwickelt haben. Das sollte, so Kaehler, neben der neu gewonnen Fachkompetenz, unbedingt hervorgehoben werden.
„Der Traum vom Medizinstudium“ hat Daniela Freitag ihren Vortrag genannt. Und für sie ist ein Traum wahrgeworden. Sie fühlt sich sehr wohl in ihrem Studium und vor allem hat sie für sich die Forschung entdeckt.
Besonders interessiert sie eine Krankheit, über die derzeit viel gesprochen wird: Parkinson. Darüber würde sie gerne forschen.
Nun überlegt sie, ob sie nach ihrem Studium in eine Klinik geht und als Ärztin arbeitet oder der Forschung treu bleibt. Die Schule, so meint sie rückblickend, habe sie sehr gut vorbereitet. Schulleiter Martin Forchheim ist auch zu ihrem Vortrag gekommen. Er lächelt, als sie die Schule lobt. Vor allem der Biologieunterricht, so Daniela Freitag, habe ihr sehr geholfen.
Wie sich ein Stipendium bekommen lässt, wer eines vergibt, und was man dafür braucht, darüber berichtet Tim Schneider. Er selbst ist Stipendiat.
Die Bewerbung würde sich lohnen, erklärt er. In seinem Vortrag macht er den zukünftigen Abiturenten Mut. Es sei nicht nur das Geld, was dann komme, sondern in einem Lebenslauf steche besonders hervor, wenn ein Stipendium angeführt werde. Er bekommt nicht nur hier ein Stipendium, sondern bei seinem Auslandsstipendium sei er in Florida gewesen. Nicht nur gute Noten, eine 1 vor dem Komma, mache sich schon gut, meint er am Schluss. Ehrenamtlich sich engagieren sei ebenso sehr gefragt.
Sophia Görg studiert Mathematik an der Goethe-Universität in Frankfurt. Sie ist begeistert von ihrem Studium und überlegt nun ihren Doktor zu machen. Später würde sie gerne an der Uni bleiben. Vor allen die Raumfahrttechnik habe sie es ihr angetan. „Das Wichtigste“ ruft sie den Schülern zu, sei die Freude am Studium. Nur damit ließe sich viel überwinden, auch Tiefpunkte, die jedes Studium mit sich brächte.
David Graupe, er studiert Biotechnologie in Aachen, schwärmt auch von seinem Fach, ein Studium sei aber noch viel mehr, erklärt er. Endlich stünde man auf eigenen Füßen. Das sei für den einen oder anderen neu. Und so manch einer würde die Eltern anrufen und fragen: Wie werden eigentlich Kartoffeln gekocht.

Die Schüler der Oberstufe sind sehr angetan von den Vorträgen. Und sie sind nun auch sicherer geworden, wie ihr Weg nach dem Abitur werden soll.
Auch Oberstufenleiter Kaehler ist sehr zufrieden. Sein Fazit am Ende des Tages: Es sei ein großer Gewinn gewesen, die ehemaligen Schüler hier zu haben und ihnen zuzuhören. Die neue Generation von Schülern erwarte eine sich stark veränderte Arbeitswelt, meint er. Und im Studium würde vermutlich die Künstlicher Intelligenz stärker als bisher Gast im Seminar und Hörsaal sein.
In zwei Jahren, vermutlich wieder kurz vor Weihnachten, ist nächste Alumi-Treffen geplant. Für die Ehemaligen heute haben sich Lebenswünsche erfüllt und nicht nur jetzt zur Weihnachtszeit.
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