PGS Hanau - Schulzeitung

067 Allgemein Home*, sweet Home* Impressionen vom Homeschooling Meine eigene Homeoffice-Zeit und das Homeschooling meiner drei Kinder (Klassen 1, 6 und 8) begannen fast am gleichen Tag, so dass ich die letzten Wochen „live und in Farbe“ Eindrücke sammeln konnte (auch wenn dieses Sprachbild eher in die Zeit passt, als es noch Schwarz-Weiß-Fernseher gab). Plötzlich sind die Familienlaptops nicht mehr in erster Linie Amazon-Prime-Videogeräte für „Bibi und Tina“ oder „Das geheimnisvolle Kochbuch“ und Spielgeräte für „FIFA20“, sondern über MS Teams, Skype, Zoom, OneNote, Sharepoint und E-Mails der zentrale Kommunikationskanal zur Welt, ergänzt durch WhatsApp-Gruppen und Telefonanrufe auf den Handys. Und wie im Homeoffice Arbeit und Privates verschwimmen, gehen für die Kinder Schularbeiten, Zocken, Arbeitsgruppen mit Mitschülern und das virtuelle Chillen mit ihnen ineinander über. Die Kinder gewöhnten sich erstaunlich schnell an die digitale Schulwelt – und es treten genau dieselben Probleme und Fragen auf, die ich auch aus der digitalen Arbeitswelt kenne: • Wo liegen die Hausaufgaben jetzt? Habe ich sie per E-Mail bekommen, liegen sie auf dem Sharepoint oder in einer MS Teams-Gruppe? • Heute sollte doch Klassenlehrerstunde per MS Teams sein – wo war doch noch die Einladung? Ach, die kam per WhatsApp von der Elternbeirätin als Weiterleitung einer E-Mail. • Ich hör nix – wie krieg ich jetzt in Skype den Lautsprecher an? Oder doch noch mal rausgehen, schnell Papas Jabra holen und damit nochmal versuchen? • In welchem Format sollte ich die Aufgabe abgeben? Und wo genau? • Ups, das war ein „Antworten an alle“, ich wollte doch eigentlich nur der Lehrerin antworten. • Was genau heißt: „Abgabe bis Freitag“? Freitag, 23:59 Uhr, oder früher? Beim Ausprobieren und Lernen der Tools trafen sich Lehrer*Innen und Schüler*Innen auf Augenhöhe – teilweise war mein Eindruck sogar, dass die Schüler lockerer mit den digitalen Tools umgingen als die Pädagog*Innen. Normal ist „Homeschooling“ noch lange nicht und wird es vermutlich nie werden – denn die gemeinsame Zeit in der Sozialgruppe ist nicht zu ersetzen. Auch das ist wie in der Arbeitswelt. Aber wie wäre es, wenn … • … ein Kind, das um 10 Uhr einen Arzttermin hat, die ersten zwei Stunden per Skype am Unterricht teilnehmen kann? • … Elternpaare, bei denen beim Elternabend immer einer zu Hause bleiben muss, um auf die anderen Kinder aufzupassen, sich per Zoom zuschalten können? • … an Tagen mit Glatteis und ausfallenden Bussen der ganze Unterricht online stattfindet? • … Schüler ihre Hausaufgaben wie jetzt einen Tag vor dem Unterricht digital abgeben, so dass beim Start der Stunde der Lehrkraft schon klar ist, wie gut der Stoff verstanden wurde? Tobias Schröder, Vater

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