Es kommt nicht alle Tage an unserer Schule vor, dass Schülerinnen und Schüler, ausgerüstet mit professionellen Handmikrofonen, über das Schulgelände streifen und ihre Mitschüler interviewen. So geschehen in der letzten Aprilwoche 2012. Auf dem Schulhof konnten sich Mitschüler zur biblischen Geschichte von Isaaks Beinaheopferung äußern. Währenddessen war eine zweite Gruppe der jetzigen Klasse 7a in der Hanauer Innenstadt unterwegs und befragte dort Passanten nach ihren Gottesvorstellungen bzw. nach deren Wissen über Abraham. Ergebnis: Ein Schwarzafrikaner und eine Türkin wussten am besten Bescheid. Diese Aktionen waren Teil eines zweitägigen Medienprojektes des hessischen Rundfunks und der „Stiftung Zuhören“ an der PGS. - Wie es dazu gekommen war? Religionslehrer Joost Reinke hatte 2011 an einer Ausschreibung teilgenommen und für die PGS den Zuschlag für dieses Projekt erhalten. Auf der Homepage heißt es dazu: „Seit März 2012 erstellen Kinder und Jugendliche mit Unterstützung von Medienpädagogen eigene Podcasts zu interkulturellen und religiösen Themen. Die Audiobeiträge der Kinder sind als kreative Fortführung der Radiobeiträge des Kinderfunkkollegs gedacht und werden nach der Produktion auf dieser Webseite präsentiert“ (siehe dazu: www.kinderfunkkolleg-trialog.de, Stichwort: „Medienprojekte“. Unsere Beiträge - Hörspiel, Umfragen, Statements, Fotos und selbstgemalte Bilder - findet man unter der Überschrift „Wer war Abraham?“). Nach einer Schulungseinheit beim hessischen Rundfunk in Frankfurt (wir Teilnehmer logierten damals ganz nobel im großen Sitzungssaal des Rundfunkrates - dort konnte man auch sehen, was man alles mit Rundfunkbeiträgen anschaffen kann...) und einer Themenvorbesprechung begann die Praxisphase. Im Unterricht versuchte sich der Lehrer mit einem Haufen hibbeliger Sechstklässler („Ich möchte die Hauptrolle sprechen.“ „Und ich möchte das Mikro halten.“) an diversen journalistischen Frageformen; u.a. wurden Interviews und Umfragen geübt, Hörspiele angehört und bearbeitet. Thematisch ging es, getreu dem Lehrplan, um die Geschichte der biblischen Urväter Abraham und Isaak. Dann, am 23. April, war es soweit. Das hr-Auto fuhr vor und ihm entstiegen die beiden Medienpädagoginnen Christiane Kreiner und Juliane Spatz. Nach einer Vorstellungsrunde teilten sie die Klasse in verschiedene Arbeitsgruppen ein. Jeder bekam eine Aufgabe. Die einen versuchten sich als Sprecher, andere bearbeiteten ihre Werbespots für „Radio Kanaan“, wieder andere malten Bilder, fotografierten oder beschäftigten sich mit der Frage „Wer ist Gott für mich?“ Manchmal war es ein wenig wuselig, öfter auch lebhaft-laut, im allgemeinen aber sehr lustig. Bei den Aufnahmen - anders als im Unterricht - und das durften auch die größten Unruhegeister lernen, mussten wirklich alle, außer den Sprechern, mucksmäuschenstill sein. Für manchen Schüler war das eine neue Erfahrung. Zum Schluss wurde die Selbstvorstellung für die Homepage erarbeitet. Dort ist nun zu lesen: „Hallo, wir sind die Klasse 6a der Paul-Gerhardt-Schule aus Hanau. Wir haben uns im Religionsunterricht mit Abraham beschäftigt. Er gilt als Stammvater der drei Religionen Judentum, Christentum und Islam. In unseren Straßenumfragen wollten wir wissen, was die Leute über Abraham wissen und welche Vorstellungen sie von Gott haben. In unserer Schule haben wir Mitschüler gefragt, was sie davon halten, dass Abraham für Gott beinahe seinen Sohn Isaak geopfert hätte. Die Bibelgeschichte von der Beinaheopferung haben wir auch als Hörspiel aufgenommen. Außerdem haben wir uns ein Interview mit Isaak bei Wüstenradio Kanaan ausgedacht. Dazu haben wir auch Werbung aufgenommen. Hört doch mal rein!“ Dem ist im Grunde nichts mehr hinzuzufügen. Also, einfach mal anklicken! Joost Reinke, Gymnasiallehrer Derhran der PGS einMedienprojekt imReligionsunterricht Gymnasium 23
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