11 PGS Hanau Zur aktuell schwierigen Situation von Christen in Syrien2 Weitere Informationen zu diesem Thema unter www.opendoors.de 1 Der Text wurde dem Magazin „Open Doors“ entnommen. Hg.: Open Doors Deutschland, 65761 Kelkheim 2013, S. 5. 2 Textpassagen und Zitate entnommen aus dem Open-Doors-Magazin „Christen in Syrien“, Hg.: Open Doors, Kelkheim 2013, S. 3f und 13. Bildquelle: open doors Das gesellschaftliche und politische Klima in Syrien ist hoch explosiv. Der Bürgerkrieg eskaliert jeden Tag mehr. Die Lage wird immer undurchsichtiger. Vor Beginn der Kämpfe im März 2011 war das Land für Christen eine sichere Heimat. Rückblende: Bereits seit dem ersten nachchristlichen Jahrhundert leben in Syrien Christen. Paulus erlebte vor Damaskus seine Bekehrung zu Jesus Christus und in Damaskus seine Heilung und Taufe. Der Apostel Johannes soll in Syrien sein Evangelium für die damals noch junge Kirche verfasst haben. Christen sind seit Jahrhunderten tief in der syrischen Kultur verwurzelt. Sie haben viele der heutigen Städte gegründet und wesentlich zur Entwicklung ihres Landes beigetragen. Viele christliche Einrichtungen wie Kirchen, Schulen, Krankenhäuser und Altenheime sind bereits im jetzigen Krieg zerstört worden. Während islamische Gruppen massiv aus dem Ausland unterstützt werden, kommt bei den Christen kaum Hilfe an. Im Bürgerkrieg sind sie zwischen die Fronten geraten. Da sie weder die Regierung Assad, noch die Rebellen offen unterstützen, gewährt ihnen auch keine der Parteien Schutz. Stattdessen sind sie der Willkür islamistischer Gruppen ausgeliefert; immer wieder werden Häuser von Christen geplündert. Darum sind viele von ihnen auf der Flucht. Als Nichtmuslime schon durch ihre Kleidung erkennbar, werden sie von den Rebellen als Menschen zweiter Klasse betrachtet. Sie werden verschleppt oder einfach umgebracht. „Wie sollen wir uns schützen? Was sollen wir tun?“ fragen sich viele Christen besorgt. Die Zahl der Flüchtlinge wächst ständig. Vielen fehlt es am Nötigsten. Die Lage in den Flüchtlingscamps ist katastrophal. Die Helfer sind oft überfordert. Weil Christen unbewaffnet sind, werden sie zu einer leichten Beute für die kriegführenden Parteien. Sollten die fanatisch gesinnten Muslime an die Macht kommen, würde es für die Christen noch schlimmer werden, denn die von ihnen geplante Einführung der Scharia verheißt für die christliche Minderheit nichts Gutes. Syrische Kirchenleiter warnen vor einer massenhaften Auswanderungswelle von Christen aus Syrien. Sie befürchten eine totale Auslöschung der christlichen Gemeinden im Land. Syrien dürfe sein christliches Zeugnis nicht völlig verlieren, mahnen sie. Ein mutiger syrischer Pastor sieht die Sache so: „Dies ist die Zeit der Kirche, das spüren wir ganz stark. Es ist jetzt an uns, die Flüchtlinge zu unterstützen. Und es ist unsere Aufgabe, jetzt das Zeugnis des Evangeliums weiterzugeben.“ Ein anderer Pastor sagte: „Wir danken Gott für die vielen Menschen, die für uns beten. Das hat Auswirkungen auf uns und wir fühlen uns dadurch unterstützt. Wir wissen: Viele beten mit uns für Frieden in Syrien.“ Bislang hat dieser Bürgerkrieg, der von beiden Seiten mit unerbittlicher Härte geführt wird, über 100000 Tote gefordert. Joost Reinke, Gymnasiallehrer
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