PGS Hanau - Schulzeitung

außen stellen und war selbst gesundheitlich angeschlagen. Wohl deshalb ist der Text des Liedes so kämpferisch und die Sprache wirkt zunächst schwer und bedrückend. Luther wählte starke Worte wie Wehr, Waffen, Macht und Rüstung oder spricht vom Teufel, der alle Welt verschlingen will. Er spielt mit den Gegensätzen Teufel und Gott, christliche Macht und menschliche Machtlosigkeit oder Angst und Rettung. Trotzdem ist in diesem Liedtext ein tiefes Gottvertrauen erkennbar: Mit menschlicher Macht lässt sich nicht viel erreichen, wir brauchen Gottes Hilfe. Wenn wir auf Gott vertrauen, brauchen wir uns nicht zu fürchten. Gott hilft uns in unserer Not. Das Bedürfnis der Menschen nach Sicherheit wird deutlich. Die Burg als sicherer Ort zum Auftanken und Nachdenken, zum Beten und Innehalten. In unserer heutigen Welt, in der alles schnelllebig und vieles unbeständig ist, kann gerade der Glaube unsere Burg sein. Vielleicht kann auch unserer Schule zu einer festen Burg für die Schüler werden. Seit nun mehr als zehn Jahren gibt es die Schule in Hanau. Jedes Jahr ist sie weitergewachsen und es kamen neue Schüler, Lehrer und Mitarbeiter hinzu. Es ging immer vorwärts, wenn auch nicht ohne Steine, die immer wieder im Weg lagen. Doch bei allen Hochs und Tiefs durften und dürfen wir immer auf Gott bauen. Unsere Schule soll ein Ort sein, an dem sich die Schüler sicher fühlen dürfen. Ein Ort, an demman Vertrauen zueinander hat und seinen Glauben offen leben kann. Wir wollen unseren Schülern nicht nur Wissen vermitteln und ihnen das Lernen beibringen. Es geht vielmehr auch darum, jeden Einzelnen zu stärken und ihm Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu geben. Dazu gehören auch das Erkennen von Schwächen, die gegenseitige Akzeptanz unserer Fehler und das Ziel, den Anderen an der Stelle zu unterstützen, wo er selbst nicht weiterkommt. Gemeinsam durch den Schulalltag zu gehen und zu wissen, da ist Gott, dem es nicht auf Noten und Leistungen ankommt, das ist ein gutes Gefühl und es ist das Plus unserer Schule. Wir nehmen einander als ganzen Menschen mit allen Facetten wahr und wollen offene Ohren und Augen für den Anderen haben. Ich glaube, das ist es, was wir von Martin Luther lernen können. Der Glaube an Gott macht uns stark und lässt uns Dinge erreichen, die wir allein nicht schaffen würden. 062 zu Beginn der Startkonferenz am 11. August wurde mir von Klaus Käfer ein bunter Blumenstrauß überreicht, denn seit zehn Jahren arbeite ich nun bereits als Lehrerin an der PGS Hanau. Unglaublich, wie schnell diese Zeit vergangen ist. Frisch aus dem Referendariat bekam ich damals die Chance am Aufbau der Schule mitzuwirken. Ein Wagnis? Eine Ehre? Eine Herausforderung? Gottes Idee für mich? Im Nachhinein muss ich sagen, es war wohl von allem etwas. Vor mehr als zehn Jahren hatte ein Kreis engagierter Christen den Wunsch auch eine christliche Schule in Hanau zu gründen. Eine Schule, an der neben dem Lernen der Glaube und ein christliches Menschbild die Basis sein sollten. Die Schulgründer hatten eine Idee und glaubten so sehr daran, dass sie dieses Wagnis eingingen. Damals hat etwas ganz klein, mit zwei Grundschul- und zwei Gymnasialklassen in der Corniceliusstraße begonnen und ist heute aus der Hanauer Schullandschaft nicht mehr wegzudenken. Vor etwa 500 Jahren hatte auch Martin Luther eine Idee, die vieles verändern sollte. Seine Entdeckung bei der Bibelübersetzung führte zu einem völlig neuen Gottesbild. Einer Vorstellung von Gott, die zu dieser Zeit neu war und nicht dem entsprach, was die Kirchen damals predigten. Martin Luther sagte, dass Gott nicht böse oder strafend ist. Man solle keine Angst vor Gott haben, sondern Vertrauen zu Gott und an Gottes Liebe zu denMenschen glauben. Auch der damals übliche Ablasshandel, um sich von schlechten Taten freizukaufen, war für Luther ein absoluter Widerspruch zu dem, was er in der Bibel gelesen und übersetzt hatte. Martin Luther erkannte, dass Gott liebevoll und gnädig ist. Allein durch Glauben dürfen wir mit ihm durchs Leben gehen. Viel mehr noch, Gott möchte uns begleiten, uns den richtigenWeg zeigen, uns beschützen und helfen. Martin Luther war der Überzeugung, dass seine Gedanken richtig sind und den Menschen Gutes bringen würden. Es war nicht leicht für ihn und oft auch richtig gefährlich, aber er war stark imGlauben und überzeugte immer mehr Menschen. In diesem Zusammenhang kommt mir das Bild von Gott als Burg in den Sinn. „Ein feste Burg ist unser Gott“ ist eines der bekanntesten protestantischen Lieder. Den Text verfasste Martin Luther vermutlich zwischen 1521 und 1529 auf Grundlage des 46. Psalms. Zu dieser Zeit erlebte seine Frau die lebensbedrohliche Geburt ihres Kindes und ein Mönch starb, wegen seines Glaubens, den Märtyrertod. Außerdem musste sich Luther immer mehr Anfechtungen von Vorwort Liebe Eltern, Schüler und Freunde der Schule,

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